Praxisbeispiel: Ein neues Schuljahr – eine neue Chance für sinnvolle digitale Zusammenarbeit
In vielen Bundesländern wird die Schulbank schon wieder gedrückt, andere stehen kurz vor der Rückkehr in die Klassenräume. Und nach ein paar Tagen des Träumens vom vergangenen Sommer stecken wir schon wieder mittendrin im Schulalltag. Das bedeutet auch und insbesondere in Mittel- und Oberstufe: Projekte, Gruppenarbeiten, gemeinsame Referate, stets verbunden mit der unvermeidlichen Frage:
Kriegen wir es diesmal hin mit der digitalen Zusammenarbeit?

In der Theorie klingen die Versprechen der Softwareanbieter gerne vollmundig: Natürlich geht mit unserer Lösung alles! Lernende merken dann aber in der Praxis schnell: Nein, geht eben nicht! Wir von ONLYOFFICE wollen jedes Jahr besser verstehen, worauf es wirklich ankommt bei der Zusammenarbeit in der Schule. Darum gehen wir in diesem Blogpost ganz nah ran und denken uns durch ein konkretes Praxisbeispiel einer schulischen Gruppenarbeit.
Die Aufgabe: Die Schülerinnen und Schüler sollen untersuchen, wie nachhaltig ihre Schulwege sind, die Ergebnisse auswerten und anschließend der Klasse präsentieren.
Was auf dem Arbeitsblatt übersichtlich klingt, verteilt sich in der Praxis schnell über mehrere Orte. Erste Ideen landen im Gruppenchat, Entfernungen werden auf einzelnen Zetteln notiert und für die Präsentation entstehen vorsorglich gleich mehrere Dateien. Eine Schülerin arbeitet auf dem Tablet, ein Mitschüler am heimischen Laptop. Zwei Gruppenmitglieder können sich erst am Nachmittag abstimmen.
Digitale Werkzeuge gehören längst zu solchen Projekten. Doch nicht die Zahl der eingesetzten Anwendungen entscheidet darüber, ob die Zusammenarbeit gelingt. Entscheidend ist, ob aus Ideen, Daten und Rückmeldungen am Ende ein gemeinsames Ergebnis entsteht – ohne dass jemand kurz vor der Abgabe noch Änderungen aus drei verschiedenen Dateien zusammensuchen muss.
Der digitale Werkzeugkasten darf vielfältig sein
Lernende nutzen digitale Werkzeuge pragmatisch. Sie recherchieren im Browser, besprechen sich per Messenger oder Videokonferenz, sammeln Ideen auf einem digitalen Whiteboard und erstellen ihre Abgabe mit einer Office-Anwendung. Das eine perfekte Tool für jede Phase eines Projekts gibt es nicht – und es muss es auch nicht geben.
Wichtig ist vielmehr, dass die einzelnen Arbeitsschritte sinnvoll ineinandergreifen. Dabei kommt der Dokumentenbearbeitung eine besondere Rolle zu. Denn unabhängig davon, wo eine Idee zuerst festgehalten oder eine Aufgabe besprochen wurde: Früher oder später müssen die Beteiligten daraus einen Text, eine Tabelle oder eine Präsentation machen.
Genau an dieser Stelle wird aus Kommunikation Zusammenarbeit. Eine gemeinsame Datei kann zum verbindlichen Arbeitsstand der Gruppe werden. Dort lässt sich erkennen, was bereits erledigt ist, welche Fragen noch offen sind und was tatsächlich abgegeben werden soll.
Wie das im Schulalltag aussehen kann, zeigt unser Beispielprojekt.
Montag: Die Aufgabe startet dort, wo der Unterricht organisiert wird
Die Lehrkraft stellt die Projektbeschreibung, eine Tabellenvorlage und die Bewertungskriterien im Lernmanagementsystem bereit. Für die Klasse bleibt damit klar: Hier beginnt die Aufgabe, hier liegen die Materialien und hier wird später auch das Ergebnis eingereicht.
Ist ONLYOFFICE beispielsweise in Moodle eingebunden, können Dokumente, Tabellen und Präsentationen direkt innerhalb der Kursstruktur erstellt und bearbeitet werden. Die Schülerinnen und Schüler müssen die Vorlage nicht erst herunterladen, mit einer separaten Anwendung öffnen und anschließend erneut hochladen. Sie beginnen dort mit der Arbeit, wo die Aufgabe bereits organisiert ist.
Das klingt zunächst nach einem kleinen Unterschied. Im Alltag spart es jedoch mehrere typische Zwischenschritte – und reduziert die Gefahr, dass schon zu Beginn verschiedene lokale Fassungen derselben Vorlage entstehen.

Dienstag: Aus Ideen werden Aufgaben
Die Gruppe hat inzwischen viele Vorschläge gesammelt. Sie möchte Schulwege vergleichen, Verkehrsmittel zählen, Entfernungen auswerten und Verbesserungsideen vorstellen. Nun muss aus dem Brainstorming ein Plan werden.
Dafür legt die Gruppe in einem gemeinsamen Dokument eine einfache Gliederung an:
- Mia und Can erfassen die Umfrageergebnisse.
- Luis prüft die Entfernungen und trägt sie in die Tabelle ein.
- Sandra formuliert die Einleitung und das Fazit.
- Alle arbeiten anschließend an der Präsentation.
Das Dokument ersetzt damit kein spezialisiertes Projektmanagement. Für eine überschaubare Schulaufgabe kann eine solche Arbeitsseite aber vollkommen ausreichen: Die Gruppe hält Zuständigkeiten, offene Fragen und Zwischenergebnisse an einem Ort fest. Kommentare lassen sich direkt an einer Textstelle hinterlassen und beantworten. Anders als eine kurze Nachricht im Gruppenchat bleibt die Rückfrage dadurch mit dem Inhalt verbunden, auf den sie sich bezieht.

Mittwoch: Eine Tabelle macht aus Einzelangaben ein Ergebnis
Nach der Umfrage liegen die ersten Daten vor. Manche Schülerinnen und Schüler kommen zu Fuß, andere mit dem Fahrrad, Bus oder Auto. Zusätzlich hat die Klasse die ungefähre Länge der Schulwege erfasst.
Nun tragen die Gruppenmitglieder ihre Werte in dieselbe Tabelle ein. Statt vier Einzellisten später zusammenzuführen, arbeiten alle mit einer gemeinsamen Datengrundlage. Daraus können sie Summen, Durchschnittswerte und Diagramme für ihre Präsentation entwickeln.
Gerade in dieser Phase zeigt sich ein praktischer Vorteil der gemeinsamen Online-Bearbeitung: Änderungen werden für die anderen Beteiligten sichtbar, ohne dass nach jeder Ergänzung eine neue Datei verschickt werden muss. Die Gruppe kann sich auf die Daten konzentrieren, anstatt Einträge zwischen mehreren Tabellen zu kopieren.
Die Lehrkraft kann vorab eine strukturierte Vorlage bereitstellen – etwa mit festgelegten Spalten, Hinweisen zur Dateneingabe und vorbereiteten Bereichen für die Auswertung. So dient die Software nicht nur der Organisation, sondern unterstützt zugleich das Lernziel: Daten nachvollziehbar erfassen, auswerten und präsentieren.

Donnerstag: Wenn fünf Personen an einer Präsentation arbeiten
Kurz vor der Abgabe beginnt erfahrungsgemäß die hektischste Phase. Eine Person schreibt noch am Fazit, eine andere aktualisiert das Diagramm und jemand stellt fest, dass auf der Titelfolie der Name eines Gruppenmitglieds fehlt.
Bei einem dateibasierten Hin und Her entstehen jetzt schnell Dokumente wie schulweg_final.pptx, schulweg_final_neu.pptx und schulweg_final_neu2_wirklichfinal.pptx. Jede Fassung kann richtige Änderungen enthalten – nur eben nicht unbedingt alle.
Arbeitet die Gruppe gemeinsam an einer Online-Präsentation, bleibt eine Datei der aktuelle Bezugspunkt. Mehrere Personen können Inhalte ergänzen, Folien überarbeiten und Kommentare hinterlassen. So kann Luis das Diagramm aktualisieren, während Sandra am Fazit arbeitet und Mia die Quellen prüft.
Das heißt nicht, dass automatisch eine gute Präsentation entsteht. Die inhaltlichen Entscheidungen muss die Gruppe weiterhin selbst treffen. Die Technik nimmt ihr aber einen Teil der Koordinationsarbeit ab und macht sichtbar, woran gerade gearbeitet wird.

Feedback gehört an die Stelle, an der es gebraucht wird
Vor der endgültigen Abgabe sieht sich die Lehrkraft den Zwischenstand an. Anstatt eine allgemeine Nachricht wie „Bitte erklärt das zweite Diagramm genauer“ zu verschicken, kann sie den Hinweis direkt an der betreffenden Stelle hinterlassen. Die Gruppe sieht sofort, worauf sich die Rückmeldung bezieht, kann antworten und den Kommentar nach der Überarbeitung als erledigt markieren.
So wird Feedback Teil des Arbeitsprozesses. Es steht nicht losgelöst in einer E-Mail oder in einem Chat, sondern bleibt mit dem jeweiligen Inhalt verbunden. Das ist insbesondere dann hilfreich, wenn mehrere Gruppen parallel arbeiten oder eine Aufgabe in mehreren Überarbeitungsschritten entsteht.
In Moodle lässt sich dieser Ablauf bis zur Abgabe und Bewertung weiterführen. Mit der ONLYOFFICE-Integration können Lehrkräfte Aufgaben auf Grundlage von Dokumenten, Tabellen oder Präsentationen vorbereiten, Einreichungen einsehen und bewerten. Je nach Konfiguration können Lernende auch nach der Bewertung Kommentare in ihrer eingereichten Datei hinterlassen und Rückfragen stellen.
Freitag: Abgabe ohne Versionslotterie
Am Freitagmorgen prüft die Gruppe ihre Präsentation ein letztes Mal. Sind alle Namen vorhanden? Stimmen die Zahlen im Diagramm? Wurden die Quellen genannt? Weil die Arbeit nicht über mehrere Anhänge verteilt ist, kontrollieren alle denselben Stand.
Die Abgabe ist damit kein technisches Zusammenpuzzeln, sondern der Abschluss eines nachvollziehbaren Prozesses. Von der ersten Gliederung über die Datentabelle bis zur Präsentation sind die Arbeitsergebnisse dort entstanden, wo die Gruppe darauf zugreifen konnte.
Auch die Kompatibilität mit verbreiteten Dateiformaten spielt dabei eine praktische Rolle. Wenn Ergebnisse später als DOCX-, XLSX- oder PPTX-Datei weitergegeben oder auf einem anderen Gerät geöffnet werden, sollte nicht erst eine aufwendige Konvertierung notwendig sein. ONLYOFFICE unterstützt gängige Microsoft-Office-Formate und ermöglicht ihre Bearbeitung im Browser.
Was die Lehrkraft im Hintergrund vorbereitet
Für die Schülerinnen und Schüler steht die Projektaufgabe im Mittelpunkt. Damit der Ablauf für sie so einfach wirkt, sind auf Seiten der Schule jedoch einige Entscheidungen nötig.
Die Dokumentenbearbeitung muss in die vorhandene Lern- oder Speicherplattform eingebunden werden. Rollen und Zugriffsrechte sollten zur Aufgabe passen: Wer darf Materialien nur ansehen, wer darf sie bearbeiten und wer erhält Zugriff auf die Abgaben? Auch der Speicherort und das Betriebsmodell müssen den Vorgaben der Einrichtung beziehungsweise des Schulträgers entsprechen.
ONLYOFFICE Docs kann dafür mit Lernmanagementsystemen und Speicherplattformen wie Moodle, OpenOLAT, Chamilo oder ownCloud verbunden werden. Auch ein Betrieb auf eigenen Servern ist möglich. Schulen können die Dokumentenbearbeitung dadurch in ihre bestehende Umgebung einfügen, anstatt für jede Gruppenarbeit einen zusätzlichen, unverbundenen Ablageort einzuführen.
Die konkrete Ausgestaltung bleibt eine Aufgabe der jeweiligen Einrichtung. Eine browserbasierte Office-Lösung allein löst weder Fragen der Geräteausstattung noch sämtliche Anforderungen an Datenschutz und Barrierefreiheit. Sie kann aber dafür sorgen, dass die gemeinsame Arbeit an Dokumenten nicht zu einer weiteren technischen Hürde wird.
Digitale Zusammenarbeit zeigt sich am Ergebnis
Die Projektgruppe in unserem Beispiel hat mehrere digitale Werkzeuge genutzt. Einige dienten der Recherche, andere der schnellen Abstimmung. Das gemeinsame Dokument, die Tabelle und die Präsentation hatten jedoch eine andere Funktion: In ihnen wurden aus einzelnen Beiträgen nachvollziehbare Arbeitsergebnisse.
Genau darin liegt die Stärke einer integrierten Dokumentenbearbeitung. Sie muss nicht jeden Teil des Lernens ersetzen. Sie schafft einen gemeinsamen Arbeitsraum für die Aufgaben, bei denen Schülerinnen und Schüler gemeinsam schreiben, rechnen, strukturieren, überarbeiten und präsentieren.
Zum Start des neuen Schuljahres lohnt sich deshalb nicht nur die Frage, welche Anwendungen eine Schule bereitstellt. Ebenso wichtig ist die Frage, wie eine Aufgabe durch diese Umgebung hindurchläuft: vom Material über die Gruppenarbeit und das Feedback bis zur verbindlichen Abgabe.
Wenn dieser Weg klar ist, wird aus einem digitalen Werkzeugkasten ein funktionierender Arbeitsablauf – und aus fünf einzelnen Beiträgen tatsächlich ein gemeinsames Ergebnis.
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